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10 Fakten über die Landwirtschaft in Subsahara-Afrika

Quelle: World Development Report 2008: 56 (Englische pdf-Version), Globale agrarökologische Zonen

 

Die Hungerkrise am Horn von Afrika im Sommer 2011 verursachte einen medialen Aufschrei rund um die Welt. Zum wiederholten Male waren Millionen Menschen – dieses Mal in Somalia, Äthiopien und im nördlichen Kenia – auf ausländische Nahrungsmittelhilfen angewiesen. Ernteausfälle, extreme kurzfristige Preissteigerungen und regionale Konflikte verhinderten die eigenständige, flächendeckende Versorgung mit Lebensmitteln und bewegten viele Menschen ihr Zuhause zu verlassen.

 

An dieser Stelle befinden sich Fakten....

über die Landwirtschaft: einleuchtende und unliebsame Zahlen über die afrikanische und europäische Landwirtschaft. Allesamt Anhaltspunkte für ein persönliches, realitätsnäheres auf statistischen Daten* beruhendes Bild vom Bauernsein und über die Landwirtschaft in Subsahara-Afrika. Hierfür wurden Datenbanken und Berichte der Weltbank, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und anderer Institutionen durchforstet und auf kompakte Weise zu zehn Fakten zusammengefasst.

 

Fakt 1: Subsahara-Afrikaner leben mehrheitlich am Land, Europäer überwiegend in Städten.

Fakt 2: Die Mehrheit der Menschen in Subsahara-Afrika lebt von der Landwirtschaft.

Fakt 3: Die Hälfte aller Bauern in Subsahara-Afrika sind Bäuerinnen. Ihre Bedeutung für die Nahrungsmittelversorgung nahm in den letzten 20 Jahren zu.

Fakt 4: Eine Frau in Subsahara-Afrika bekommt 5 Kinder, eine Europäische weniger als 2.

Fakt 5: Die verfügbare Ackerfläche je Einwohner ist in Subsahara-Afrika größer als in der EU, die bewirtschafteten Flächen je Familie oder Betrieb hingegen 7-mal kleiner.

Fakt 6: Die Produktivität der afrikanischen Landwirtschaft ist deutlich niedriger als die Europäische und weist große innerafrikanische Unterschiede auf.

Fakt 7: Etwa ¾ aller Afrikaner südlich der Sahara leben in materieller Armut von weniger als 2 $, die Hälfte von weniger als 1,25 $ pro Tag. Bauern sind häufiger von Armut betroffen.

Fakt 8: Lebensmittel wurden global zwischen 2000 und 2010 um durchschnittlich 170 Prozent teurer, in Ostafrika stiegen Grundnahrungsmittel lokal um bis zu 1300 Prozent.

Fakt 9: Global betrachtet scheinen sich wirtschaftliche Entwicklung – gemessen anhand der Pro-Kopf-Wertschöpfung (Bruttoinlandsprodukt je Einwohner) im Jahr 2007 –landwirtschaftliche Produktivität gemeinsam zu entwickeln. In Subsahara-Afrika konnte dieser Zusammenhang bisher nicht beobachtet werden.

Fakt 10: „Länderübergreifende Schätzungen zeigen, dass das BIP-Wachstum, das seinen Ursprung in der Agrarwirtschaft hat, mindestens doppelt so effektiv zur Verringerung der Armut beiträgt wie das BIP-Wachstum außerhalb der Agrarwirtschaft.“ (Weltentwicklungsbericht 2008 nach einer Studie von Ligon und Sadoulet (2007))

 

* Anmerkung: Statistische Daten sind keinesfalls fehlerfrei. Sie sind immer nur so gut wie ihre Erhebungsmethoden.

 

 

Datenquellen für die Zusammenstellung der Fakten 

World Bank Database (online): http://data.worldbank.org/

FAOSTAT databases (online): http://faostat.fao.org/default.aspx

FAO GIEWS Food Price Data and Analysis Tool (online): http://www.fao.org/giews/pricetool2/

Gapminder, for a fact-based world view: http://www.gapminder.org/labs/gapminder-agriculture

Doss, Cheryl 2011: The Role of Women in Agriculture, ESA Working Paper No. 11-02. URL:http://www.fao.org/docrep/013/am307e/am307e00.pdf

Evenson, Robert E., and Douglas Gollin 2003: “Assessing the Impact of the Green Revolution, 1960 to 2000.” Science 300(5620):758–62.

FAO 2006: “FAOSTAT”. Rome, Food and Agricultural Organization.

World Development Report 2008: Agriculture for Development, The World Bank, Washington, URL:http://go.worldbank.org/LBJZD6HWZ0