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Fakt 7: Etwa ¾ aller Afrikaner südlich der Sahara leben in materieller Armut von weniger als 2 $, die Hälfte von weniger als 1,25 $ pro Tag. Bauern sind häufiger von Armut betroffen.

Das durchschnittliche Jahreseinkommen liegt in Subsahara-Afrika knapp über 2.041 US-Dollar ($) oder 1.540€, das sind 5,6$ (4,23€) pro Tag. In der EU beträgt das jährliche Durchschnittseinkommen 27.555$ (20.794€). Aufgrund einer ungleichen Einkommensverteilung leben trotzdem fast ¾ aller Menschen in Entwicklungsländern südlich der Sahara (alle außer Südafrika) unter der oberen Armutsgrenze der Weltbank von weniger als 2$ (1,51€) pro Tag und 51 Prozent von weniger als 1,25$ (0,94€). Die ländliche Bevölkerung ist tendenziell stärker von materieller Armut betroffen als Stadtmenschen.

Über das tatsächlich verfügbare Einkommen von Bauern oder der ländlichen Bevölkerung gibt es keine Daten. Einen groben Anhaltspunkt für das verfügbare Einkommen von Bauern in Subsahara-Afrika, bietet die durchschnittlich erzielte Netto-Wertschöpfung (Output minus Input) eines Beschäftigten in der Landwirtschaft. Die Netto-Wertschöpfung liegt südlich der Sahara bei 318$ (240€), in der EU vergleichsweise 56-mal höher bei 17.781$ (13.418€).

Vom verfügbaren Einkommen werden Schätzungen zufolge in armen Entwicklungsländern zwischen 55 und 70 Prozent für Lebensmittel ausgegeben, wohingegen der Anteil in der EU aktuell auf weniger als 12 Prozent (Eurostat, Household Budget Survey 2005) liegt.

 

Vergleich von Einkommen, extremer Armut, landwirtschaftlicher Wertschöpfung und dem Einkommensanteil, der für Lebensmittel ausgegeben wird

  Subsahara-Afrika Europäische Union    
Einkommen pro Person und Jahr 2.041$ (1.540€) 27.555$ (20.794€)
Einkommen pro Person und Tag 5,6$ (€4,23) 75,5$ (56,98€)
Landwirtschaftliche Wertschöpfung pro Person und Jahr 318$ (240€) 17.781$ (13.418€)
Bevölkerungsanteil mit weniger als 2$ pro Tag 73 Prozent -
Bevölkerungsanteil mit weniger als 1,25$ pro Tag 51 Prozent -
Einkommensanteil, der für Lebensmittel ausgegeben wird 55 bis 70 Prozent (Schätzung) 12 Prozent

Durchschnittlicher USD-Euro Wechselkurs 2010 (US-Dollar ($)/Euro (€)): 1,325129423 (Quelle: www.OANDA.com)

 

Exkurs: Internationale Nahrungsmittelhilfen

Die internationale Nahrungsmittelunterstützung ist fixer Bestandteil der Subsahara-Länder. Zwischen 2000 und 2010 verzichteten nur drei (Botswana, Komoren, Äquatorialguinea) von 44 Ländern durchgehend auf Nahrungsmittelhilfen aus dem Ausland. Der jährliche Durchschnitt lag zwischen 2000 und 2010 bei 3,7 kg pro Einwohner und sank in den letzten fünf Jahren auf 3,1 kg. Insgesamt reduzierten 21 von 41 Staaten zwischen 2005/10 die ausländischen Nahrungsmittelhilfen gegenüber der vorhergehenden Fünf-Jahres-Periode.

Subsahara-Länder mit niedriger Produktivität importierten jährlich je Einwohner 7 kg Nahrungsmittel, jene mit hoher Produktivität nur halb so viel. Alle Länder mit Nahrungsmittelhilfen von über 10 kg pro Einwohner waren in den vergangenen 15 Jahren in gewalttätige Konflikte verwickelt.

 

Liste der zehn afrikanischen Länder mit der niedrigsten landwirtschaftlichen Flächenproduktivität und deren Abhängigkeit von internationalen Nahrungsmittelhilfen (2000-2010)

Länder mit niedriger Produktivität Region Nahrungsmittelhilfe pro Person und Jahr Anzahl der Jahre (von 11) Gewalttätige Konflikte*
Eritrea East 24,4 9 1998-2000
Somalia East 14,3 11 88; 90-92; 07-10
Sudan East 11,8 11 63-72; 83-92;-95-04;06
Liberia West 11,6 11 90; 03
Burundi East 6,6 11 98; 01-02
Angola Central 5,6 9 75-90; 92-94; 98-01
Ruanda Central 3,9 11 90; 94; 98; 01; 09
Zentralafrikanische Rep. Central 1,8 11 no
Tansania East 1,6 11 no
Burkina Faso West 0,4 11 no

Quellen: World Food Programme: Quantity Reporting: http://www.wfp.org/fais/quantity-reporting

*Armed Conflict Data Set (only severe wars with more than 1,000 deaths per year were taken into account for this tablehttp://www.pcr.uu.se/research/ucdp/datasets/ucdp_prio_armed_conflict_dataset/