jump to content jump to mainnav

Global Growing Kampagne

Menschengemachte afrikanische Hungerkrisen?

Die Landwirtschaft ist das Rückgrat jeder arbeitsteiligen Gesellschaft, wie sie heutzutage in Europa existiert. Landwirtinnen und Landwirte erzeugen Agrarprodukte, die über Märkte verkauft und anschließend weiterverarbeitet oder direkt konsumiert werden.

In vielen Regionen Afrikas leben Kleinbäuerinnen und Kleinbauern hauptsächlich von selbst angebauten Agrarprodukten und Viehwirtschaft. Grundnahrungsmittel werden auf kleinen Feldern angebaut und selbst konsumiert, also nicht über Märkte verkauft und bezogen. Diese so genannte Subsistenz-Landwirtschaft stößt in Afrika immer wieder an ihre Grenzen. Im vergangenen Jahrzehnt kam es wiederholt zu regionalen Hungerkrisen. Im Sommer 2011 waren mehr als 10 Millionen Menschen in Ostafrika aufgrund einer anhaltenden Dürreperiode unterversorgt, 2008 konnten viele Menschen die rasant steigenden Lebensmittelpreise vor dem Ausbruch der Finanzkrise nicht mehr bezahlen.

Die Gründe für Hungerkrisen in Afrika sind so komplex wie die Landwirtschaft selbst. Seit Jahrzehnten sorgen unterschiedliche lang- und kurzfristige Einflussfaktoren für eine schrittweise Verschlechterung der Eigenversorgung der afrikanischen (Subsistenz-) Bäuerinnen und Bauern.
 

Langfristige Einflussfaktoren:

• anhaltend niedrige Ernteerträge
• starkes Bevölkerungswachstum
• Übernutzung ausgelaugter Ackerböden
• Auswirkungen des Klimawandels
• ungeklärte Eigentums- und Nutzungsansprüche (Stichwort: Landgrabbing)
• verschärfte Nahrungsmittelnachfrage durch Biotreibstoffproduktion
 

Kurzfristige Einflussfaktoren:

• wiederkehrende regionale kriegerische Konflikte
• stark schwankende regionale und tendenziell steigende globale Nahrungsmittelpreise
• wetterbedingte Dürreperioden und Überflutungen
 

Unter diesen Voraussetzungen kommt es trotz einer global steigenden Nahrungsmittelproduktion immer wieder zu Ernährungskrisen von denen Millionen Menschen betroffen sind. Anstatt sich selbst zu versorgen oder Nahrungsmittel einzukaufen – die Einkommen sind zu niedrig und/oder die Versorgungs- und Marktinfrastruktur ist unterentwickelt – müssen die Betroffenen mit teuren internationalen Nahrungsmittelhilfen kurzfristig fremdversorgt werden.
 

Die Global Growing Kampagne

Die Global Growing Kampagne unterstützt einen nachhaltigen Wandel der afrikanischen Landwirtschaft, indem sie europäischen Dialoggruppen neue Einblicke in die afrikanische Landwirtschaft gibt.
 

Ziele der Global Growing Kampagne

Global Growing bringt Einblicke in die afrikanische Landwirtschaft nach Europa. Mit europaweiten Veranstaltungen, einer eigens eingerichteten Website, einem gemeinsam mit afrikanischen Partnerorganisationen erstellten Casebook, Fotoausstellungen und Bildungsworkshops verfolgt die Global Growing Kampagne zusammenhängende Ziele.
 

Unsere Projektziele

  • afrikanische Arbeits- und Lebensrealitäten von Bäuerinnen und Bauern sowie der ländlichen Bevölkerung aufzuzeigen
  • Probleme und Herausforderungen der kleinbäuerlichen Landwirtschaft und ihr Entwicklungspotenzial offen darzustellen und Entwicklungsansätze zu diskutieren
  • neuen europäischen Dialoggruppen – junge Landwirtinnen und Landwirte, landwirtschaftliche Interessensvertretungen – Einblicke in die afrikanische Landwirtschaft zu geben
  • den Dialog zwischen unterschiedlichen Interessengruppen aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft sowie Politik zu initiieren und voranzutreiben

     

Was wir tun, um diese Ziele zu verwirklichen...

  • landwirtschaftliche Veranstaltungen zu Themen wie Innovation in der afrikanischen Landwirtschaft, ökologische Landwirtschaft, Agribusiness und landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten, Klimawandel, die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), Ernährungssicherheit,...
  • Global Growing-Website mit Informationen über die afrikanische Landwirtschaft, einer Fotogalerie, einem aktuellen Nachrichtenspiegel, allen durchgeführten und bevorstehenden Veranstaltungen und einem landwirtschaftlichen Quartett
  • Global Growing Casebook mit Experten-Essays und landwirtschaftlichen Fallstudien aus Kenia, Äthiopien und der D.R. Kongo
  • Bildungsworkshops mit Studierenden, Schülerinnen und Schülern sowie jungen Landwirtinnen und Landwirten.
     

Europäische und afrikanische Partnerorganisationen
 
ICU (Italien), ARS (Tschechische Republik), ICEP (Österreich), HID (Ungarn), KOPIN (Malta), ONAY (Spanien), Pro-Akademia (Polen), SR (Slowakei), CECFOR (D.R. Kongo), Emanuel Development Association (Äthiopien), Strathmore Business School (Kenia)
 

Die Global Growing Kampagne wird von der Europäischen Kommission kofinanziert.